Arteriovenöse Malformationen

Arteriovenöse Malformationen (AVM) sind Gefäßmissbildungen, die aus einem Konvolut von Gefäßen bestehen. Ob diese Missbildungen angeboren sind oder sich im Laufe des Lebens entwickeln, ist noch nicht abschließend geklärt. Genau wie bei Fisteln kommt es auch bei AVM zu einer Kurzschlussverbindung zwischen arteriellem (Hochdruck-)System und venösem (Niederdruck-)System. Hierdurch lastet auf dem Niederdrucksystem ein deutlich zu hoher Druck. Das kann im Verlauf von Jahren zur zunehmenden Aufweitung der venösen Gefäße und zur Blutung führen. Zudem fließt mehr Blut durch die AVM als durch das umgebende Hirngewebe, da der Widerstand in der Kurzschlussverbindung geringer ist. Die Erhöhung des Blutflusses kann zur Bildung von Aneurysmen führen (sogenannte flussassoziierte Aneurysmen).

Während man früher eher dazu riet, eine AVM zu behandeln, auch wenn diese bis dahin nicht geblutet hatte, ist man heutzutage zurückhaltender. Heute werden häufig nur flussassoziierte Aneurysmen mit Coils versorgt. Generell bestehen die Therapieoptionen aus einer Operation, einer Embolisation mit speziellen Klebstoffen, Strahlentherapie oder einer Kombination der Verfahren. Hat die AVM erst einmal zu einer Blutung geführt, muss eine Therapie erfolgen. Jeder Patient mit AVM wird an der Uniklinik Köln im Neurovaskulären Board interdisziplinär besprochen, um die optimale individuelle Therapieempfehlung geben zu können.

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