Herz-MRT (Kardio-MRT)

Die Magnetresonanztomographie (MRT) stellt für viele Fragestellungen das beste und genaueste Verfahren zur Untersuchung des Herzens dar und kommt ohne Verwendung ionisierender Strahlung aus. So stellt die Herz-MRT den Goldstandard für die Bestimmung der die Leistungsfähigkeit des Herzens (links- und rechtsventrikuläre Pumpfunktion) dar. Des Weiteren ermöglicht die Herz-MRT die nicht-invasive Gewebecharakterisierung des Herzmuskels und stellt hier ebenfalls unter Verwendung visueller und neuartiger quantitativer Sequenzen den nicht-invasiven Goldstandard für die Detektion von krankhaften Veränderungen des Herzmuskels, z.B. von Veränderungen im Rahmen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis), einer Herzbeutelentzündung (Perikarditis), etwaigen Infarktnarben oder von fibrotischen Veränderungen bei z.B. der dilatativen oder hypertrophen Kardiomyopathie. Zudem können mittels Herz-MRT die Blutgefäße des Brustkorbes sowie der Aufbau des Herzens (z.B. bei angeborenen Herzfehlern) exakt beurteilt oder Raumforderungen wie Blutgerinnsel der Herzhöhlen oder Tumore ausgeschlossen bzw. beurteilt werden. Zudem erlaubt die MRT die Detektion einer möglichen Beteiligung des Herzens im Rahmen von Systemerkrankungen (wie z.B. bei der Amyloidose, M. Fabry). Des Weiteren nimmt die Beurteilung von Klappenerkrankungen in der Herz-MRT stetig zu. Hier ermöglicht die Herz-MRT unter Verwendung von dedizierten Sequenzen eine Flussanalyse und hiermit die Bestimmung des Schweregrades von Undichtigkeiten (Insuffizienzen) und Engstellen (Stenosen) der Herzklappen.

Stress-MRT

Bei der sogenannten Stress-MRT des Herzens wird – anders als bei der Computertomographie – nicht direkt die Anatomie der Herzkranzgefäße auf Engstellen (Koronarstenosen) untersucht. Stattdessen liegt der Fokus darauf, eine mögliche Minderdurchblutung des Herzmuskels unter Belastung, welche durch die Gabe eines Vasodilatators erreicht wird, festzustellen, die auf eine relevante Engstelle in den Herzkranzgefäßen hindeuten kann. Gemäß den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie ist bei PatientInnen mit Verdacht auf ein chronisches Koronarsyndrom und einer moderaten bis hohen Vortestwahrscheinlichkeit von > 15-85% eine Stress-MRT das diagnostische Mittel der Wahl, um eine relevante KHK auszuschließen (2024 ESC Guidelines for the management of chronic coronary syndromes).

Häufige Fragen

Wie kann ich mich auf die Untersuchung vorbereiten?

Für die Herz-MRT in Ruhe ist es nicht erforderlich, dass Sie nüchtern sind. Sie können daher Ihre übliche Medikation (Tabletten) ganz normal einnehmen und müssen nicht nüchtern sein. Sollten Sie unter Platzangst leiden, können Sie von uns vor Beginn der Untersuchung einer Beruhigungstablette erhalten. Bitte beachten Sie, dass in diesem Fall u. a. die aktive Teilnahme am Straßenverkehr am Untersuchungstag nicht gestattet ist. Ein sog. offenes MRT-Gerät steht bei uns aufgrund der deutlichen schlechteren Bildqualität im Vergleich nicht zur Verfügung.

Für die im Rahmen der Stress-MRT notwendige Gabe eines Vasodilatators (Regadenoson), welcher sehr nebenwirkungsarm ist, müssen Sie jedoch einige Dinge beachten:

  • Bitte nehmen Sie innerhalb von 12 Stunden vor der Untersuchung keine Koffein- oder Teein-haltigen Getränke oder Speisen (Kaffeegetränke, schwarzer oder weißer Tee, Kakao, Schokolade) zu sich, da diese das Untersuchungsergebnis verfälschen (falsch normal) können. Sofern Sie ein Medikament mit dem Wirkstoff Dipyridamol einnehmen (z. B. Aggrenox), pausieren Sie die Einnahme bitte nach Rücksprache mit dem überweisenden Arzt für 48 Stunden vor der Untersuchung.
  • Zudem dürfen keine Methylxanthin- bzw. Theophyllinhaltige Medikamente 12 Stunden vor der Untersuchung eingenommen werden.
  • Asthma bronchiale und eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) schließen eine Stress-MRT mit Regadenoson nicht aus. Bringen Sie jedoch Ihre Bronchodilatatoren in ausreichender Dosis mit sich und halten bei der Terminierung der Stress-MRT eine Rücksprache mit dem ärztlichen Personal der Radiologie hinsichtlich der Schwere des Asthmas/COPD und des Zeitpunkts des letzten Anfalls.
  • Des Weiteren ist eine ärztliche Rücksprache erforderlich, wenn Sie unter einer Aortenklappenstenose, einer hypertroph-obstruktiven Kardiomyopathie oder einer Herzrhythmusstörung leiden, da je nach Schwere der Erkrankung eine Stress-MRT ggf. nicht möglich sein kann.

Die hier beigefügte Checkliste dient ärztlichen Kolleginnen und Kollegen und Patientinnen und Patienten als Stütze, damit die Stress-MRT aufgrund der erforderlichen Gabe von Kontrastmittel und Regadenoson wie gewünscht durchgeführt werden kann. Ein ggfs. entsprechendes Absetzen der aufgeführten Medikamente sollte nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin/Arzt erfolgen. Bitte bringen Sie die Checkliste ausgefüllt zu Ihrem Untersuchungstermin mit.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Herz-MRT ist eine sehr sichere Untersuchungstechnik. Die MRT benutzt zur Bilderstellung hierbei im Unterschied zur Computertomographie keine Röntgenstrahlen, sondern Magnetfeldern. Daher ist die Untersuchungsdauer mit - je nach Fragestellung – ca. 30 – 60 Minuten länger als bei einer Computertomographie. Während dieser Zeit liegen Sie auf dem Untersuchungstisch in dem MRT-Gerät („Röhre“). Die Herz-MRTs werden von in der Herz-MRT seitens der Deutschen Röntgengesellschaft geschulten MTRs an unserem Institut in einem speziell für Herzbildgebung geeignetem Gerät der modernsten Generation (Philips Ingenia 1,5T) durchgeführt. Dieses besitzt eine größere Öffnung als ältere MRT-Geräte, dennoch kann selten Klaustrophobie („Platzangst“) auftreten. Sollten Sie unter Platzangst leiden, können Sie von uns vor Beginn der Untersuchung einer Beruhigungstablette erhalten. Bitte beachten Sie, dass in diesem Fall unter anderem die aktive Teilnahme am Straßenverkehr am Untersuchungstag nicht gestattet ist. Ein soggenanntes offenes MRT-Gerät steht bei uns aufgrund der deutlichen schlechteren Bildqualität im Vergleich nicht zur Verfügung. Um möglichst „scharfe Bilder“ des Herzens zu erhalten, ist es bei der Herz-MRT wichtig, dass Sie den im Rahmen der Untersuchung von unseren Geräteassistenten geäußerten Atemkommandos („Einatmen, Ausatmen, Luft anhalten“) nachkommen, da sich das Herz ansonsten mit dem Zwerchfell auf und ab bewegen würde und die Bilder nicht oder nur eingeschränkt verwertbar sind.

Im Zuge der Stress-MRT wird das Herz mit Hilfe eines Medikamentes (Regadenoson) für kurze Zeit (circa 5 Minuten) in eine „Stresssituation“ versetzt. Diese ähnelt der Belastung, die der Körper während eines Ausdauerlaufs verspürt. Dementsprechend werden Sie eine Beschleunigung des Pulses, einen leichten Druck auf dem Brustkorb und ggfs. ein Hitzegefühl bemerken. Diese Symptome sind vollkommen normal und erwünscht, da sie die korrekte Wirkung des Medikamentes anzeigen. Während dieser „Stresssituation“ werden Sie von einem Arzt begleitet. Unmittelbar nach Gabe des Regadenoson wird das MR-Kontrastmittel gespritzt, um eine mögliche Minderdurchblutung des Herzmuskels während der Stressbelastung zu erkennen. Zur Aufhebung der Wirkung des Regadenoson verabreichen wir Ihnen dunkle Schokolade mit hohem Koffeingehalt, worauf die oben beschriebenen Symptome in der Regel innerhalb von wenigen Minuten nach Gabe des Medikamentes abklingen.

Nach dem Ende der Herz-MRT können Sie – auch nach einer Stressuntersuchung – ganz normal am Alltag teilnehmen. Die MRT-Untersuchung wird anschließend durch speziell in der Herzbildgebung geschulte und erfahrene RadiologInnen ausgewertet und befundet, welche durch die Deutsche Röntgengesellschaft auf dem Gebiet der Herz-MRT zertifiziert sind.

Wenn Sie eine CD oder einen Onlinezugang mit den Bildern der Untersuchung erhalten möchten, so händigen wir Ihnen diese gerne im Anschluss an die Untersuchung aus. Wünschen Sie ein abschließendes Gespräch mit einem unserer RadiologInnen zur Befundbesprechung, so ist dies selbstverständlich möglich. Hierfür müssten Sie ein wenig Wartezeit einplanen, da es sich um eine Vielzahl von zu bewertenden Bildern (jenseits der 1000) handelt, die zunächst mittels entsprechender Spezial-Software ausgewertet werden müssen. Der abschließende Befund wird in der Regel noch am selben Tag erstellt und Ihrer behandelnden Ärztin/Arzt, auf Wunsch auch Ihnen persönlich, zugeschickt.

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