MR-HIFU Therapie von Knochentumoren und Knochenmetastasen

Knochenmetastasen bilden sich aus Krebszellen, die sich vom Ursprungstumor (z.B. Lungen-, Prostata-, oder Brustkrebs) absiedeln und zu Absiedelungen (Metastasen) im Knochen führen. Das Wachstum dieser Knochentumore führt zu einem Druck auf die umliegende Knochenhaut, was sehr starke Schmerzen verursacht und die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigt. Neben der Bestrahlung sowie der medikamentösen Behandlung steht hier am Universitätsklinikum Köln die HIFU-Therapie als nicht-invasives Therapieverfahren zur Verfügung.

Was Sie über die Therapiemethode wissen sollten

Wenn Sie sich für die Durchführung einer MR-HIFU Therapie zur Behandlung Ihres Knochentumors oder Ihrer Knochenmetastase interessieren oder von Ihrem behandelnden Arzt an uns überwiesen wurden, können Sie sich im Folgenden schon einmal über diese Behandlungsmethode informieren.

Sofern Sie nähere Informationen wünschen oder einen konkreten Behandlungswunsch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter mr-hifu.therapie@uk-koeln.de.

Warum eignet sich die MR-HIFU Therapie für Knochentumore und -metastasen?

Die MR-HIFU (Magnetresonanzgeführter hoch-intensiver, fokussierter Ultraschall) Therapie wird im Uniklinikum bereits seit mehreren Jahren für verschiedene Erkrankungen wie Prostatakrebs, gutartige Gebärmuttertumore und Knochentumore angewendet. Ähnlich wie man Sonnenstrahlen mit einer Lupe auf einen Punkt fokussieren kann, werden beim HIFU Verfahren eine Vielzahl an Ultraschallwellen nicht-invasiv durch die Haut und durch das darunterliegende Gewebe auf den Knochen fokussiert. Hierdurch wird die Knochenoberfläche und Knochenhaut auf Temperaturen über 60 ˚C erhitzt, wodurch die Nerven im Tumor und in der Knochenhaut verbrannt werden und so die Schmerzweiterleitung unterbrochen wird. Das umliegende Gewebe sowie die Haut werden hierbei geschont, da sich die Hitze nur im Fokuspunkt entwickelt. Die HIFU Behandlung wird in einem Magnetresonanztomographen (MRT) durchgeführt, wodurch der Arzt die Möglichkeit hat, MRT-Bilder des Knochentumors und des umliegenden Gewebes zu gewinnen, um die Therapie zu lenken und zu überwachen.

Was sind die Vorteile einer MR-HIFU Therapie?

Einer der größten Vorteile einer MR-HIFU Behandlung ist, dass der Eingriff komplett nicht-invasiv ist, d.h. kein (chirurgischer) Eingriff erfolgt, und nur wenige Nebenwirkungen bei zumeist schneller Schmerzlinderung birgt. Mehrere Studien belegen, dass die MR-HIFU Therapie effektiv die Schmerzen lindert und die Lebensqualität verbessert. Oft kann nach der HIFU Therapie eine medikamentöse Schmerztherapie verringert werden oder ist gar nicht mehr nötig.

Wer kommt für die MR-HIFU Therapie von Knochentumoren und -metastasen in Frage?

Grundsätzlich ist die MR-HIFU Behandlung für Patienten mit schmerzhaften Knochenmetastasen geeignet. Die MR-HIFU Therapie stellt daher auch eine Alternative zur Strahlentherapie dar und ist darüber hinaus auch möglich, wenn eine Bestrahlung der Metastase nicht (mehr) in Frage kommt. Um festzustellen, ob ein Patient für eine MR-HIFU Therapie geeignet ist, ist es zwingend notwendig, vorab eine CT oder MRT-Untersuchung durchzuführen, um die genaue Lage der Knochenmetastase und damit die Erreichbarkeit für die MR-HIFU zu untersuchen.

Für wen ist die MR-HIFU Behandlung von Knochentumoren und –metastasen nicht geeignet?

Patienten sollten vorab unbedingt mit dem verantwortlichen Radiologen besprechen, inwieweit eine MR-HIFU Behandlung möglich und sinnvoll ist, insbesondere bei Metallteilen im Körper (chirurgische Klammern oder Schrauben, Herzschrittmacher, Zahnersatz o.ä.), extremer Platzangst, bei bestehender Schwangerschaft, oder bei Allergien auf Kontrastmittel. Im Allgemeinen wird eine CT/MRT Bildgebung vorab durchgeführt, um sicherzustellen, dass eine MR-HIFU Behandlung möglich ist. Als Verlaufskontrolle kann ggfs. noch eine MRT Bildgebung angefordert werden.

Wie kann ich mich auf die Behandlung vorbereiten?

Am Vorabend können sich Patientinnen und Patienten duschen und sollten die zu behandelnde Körperregion rasieren. Wichtig ist danach, diese Körperregion nicht einzucremen oder einzuölen. Am Behandlungstag sollten Patientinnen und Patienten nüchtern erscheinen. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens 12 Stunden vor der Behandlung eingenommen werden. Am Morgen des Behandlungstages kann ein kleines Glas Wasser getrunken werden. Bei aktuell einzunehmenden Medikamenten sollten diese im Aufklärungsgespräch erwähnt und Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

Was passiert während der Behandlung genau?

Da die Behandlung durch die Verödung der Nerven schmerzhaft sein kann, wird sie unter Narkose durchgeführt. Während der gesamten Therapie erfolgt die Überwachung des Patienten durch Radiologen und Anästhesisten. Die MR-HIFU Therapie erlaubt die Behandlung verschiedenster Knochen, wie Extremitäten oder Beckenknochen. Der HIFU-Ultraschallwandler ist in den Patiententisch eines Magnetresonanztomographen eingebaut. Zur Behandlung werden Patientinnen und Patienten in Narkose versetzt und mit der zu behandelnden Stelle über dem Ultraschallwandler positioniert. Als erster Schritt werden Bilder der Knochenmetastase und des umliegenden Gewebes gewonnen um die Therapie zu planen. Mithilfe dieser Bilder kann der Radiologe dann fokussierte Ultraschallwellen auf die Konchenmetastase richten und die Knochenoberfläche gezielt erhitzen, wobei die erzielte Gewebetemperatur des angrenzenden Gewebes permanent mit Hilfe des Magnetresonanztomographen gemessen und kontrolliert wird (Echtzeit-Bildkontrolle). Die Therapie dauert je nach Lage der Metastase erfahrungsgemäß zwischen 3 und 5 Stunden. Am Ende der Behandlung wird ein MR Kontrastmittel injiziert, um die Behandlung zu evaluieren.

Was geschieht nach der Behandlung?

Wie auch bei der Behandlung von Osteoid Osteomen verbleiben Patientinnen und Patienten zur Beobachtung für eine Nacht in der Uniklinik. Schon wenige Tage nach der Behandlung verspüren die meisten Patientinnen und Patienten eine Schmerzlinderung, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt.

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