MR-HIFU Therapie der Adenomyose

Bei der Adenomyose drängen die Zellen der Gebärmutterschleimhaut in die Muskulatur der Gebärmutter ein und wachsen dort, wodurch diese sich in einigen Fällen auf das Doppelte bis Dreifache vergrößern kann. Da sich diese Zellen weiterhin so verhalten, wie sie es an ihrem natürlichen Standort tun würden und zyklusabhängig wachsen, kann die Adenomyose mit starken, teils zyklusabhängigen Symptomen einhergehen. Zu den typischen Beschwerden, unter denen die Patientinnen leiden, gehören eine übermäßig starke und schwere Monatsblutung, Schmerzen im Becken sowie ein Druckgefühl in Blase und Enddarm. Auch Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs gehören zum Symptomspektrum. Neben medikamentösen und operativen Verfahren steht am Universitätsklinikum Köln die HIFU Therapie als nicht-invasive Therapieoption zur Verfügung.

Was Sie über die Therapiemethode wissen sollten

Wenn Sie sich für die Durchführung einer MR-HIFU Therapie zur Behandlung Ihrer Adenomyose interessieren oder von Ihrem behandelnden Arzt an uns überwiesen wurden, können Sie sich im Folgenden schon einmal über diese Behandlungsmethode informieren.

Sofern Sie nähere Informationen wünschen oder einen konkreten Behandlungswunsch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter mr-hifu.therapie@uk-koeln.de.  

Warum eignet sich die MR-HIFU Therapie der Adenomyose?

HIFU (Hoch-intensiver, fokussierter Ultraschall) ist ein nicht-invasives Therapieverfahren und bietet eine wirksame Alternative zur operativen und/oder medikamentösen Therapie. Ähnlich wie man Sonnenstrahlen mit einer Lupe auf einen Punkt fokussieren kann, werden bei dem HIFU-Verfahren Ultraschallwellen durch die Bauchdecke nicht-invasiv auf das Adenomysegewebe fokussiert, wodurch dieses kontrolliert und kurzzeitig auf etwa 60°C erhitzt wird, ohne dass dabei die Haut oder das umliegende Gewebe geschädigt wird. Das Adenomyosegewebe stirbt nach der Behandlung ab und wird vom Körper selbstständig abgebaut, wodurch in den Wochen nach der Behandlung eine deutliche Symptomreduktion erfolgt. Die HIFU Behandlung erfolgt in einem Magnetresonanztomographen (MR-HIFU), wodurch der Arzt die Möglichkeit hat, mittels MRT-Bilder der Adenomyose und des umliegenden Gewebes den fokussierten Ultraschall millimetergenau zu steuern und die Therapie zu überwachen.

Was sind die Vorteile einer MR-HIFU Therapie?

Einer der größten Vorteile einer MR-HIFU Behandlung ist, dass der Eingriff komplett nicht-invasiv ist und nur wenig Nebenwirkungen birgt. Es findet keine Operation statt, sodass manche Patientinnen die HIFU-Therapie auch aus kosmetischen Gründen einer Operation vorziehen. Die Patientin ist während der gesamten Behandlung bei Bewusstsein und muss keine Narkose erhalten. Im Gegensatz zur Totaloperation hat die Patientin bei dieser Behandlungsmethode noch die Möglichkeit sich ihren eventuellen Kinderwunsch zu erfüllen. Die Behandlung kann ambulant erfolgen, zur besseren Kontrolle wird aber eine Aufnahme über Nacht empfohlen. In der Regel können die Patientinnen innerhalb weniger Tage in ihren Alltag zurückkehren. Mehrere Studien belegen, dass die MR-HIFU Therapie effektiv die Symptome lindert und die Lebensqualität der Patientinnen verbessert.

Wer kommt für die MR-HIFU Therapie der Adenomyose in Frage?

Grundsätzlich ist die MR-HIFU Therapie für Frauen geeignet, die sich gegen eine Operation ihrer Adenomyose entscheiden und eine nicht-invasive Behandlung ohne Narkose bevorzugen. Um festzustellen, ob die Patientin für eine MR-HIFU Therapie in Frage kommt, ist es zwingend notwendig, vorab eine MRT-Untersuchung durchzuführen, um einerseits die genaue Lage der Adenomyose und damit die Erreichbarkeit für die MR-HIFU zu untersuchen.

Für wen ist die MR-HIFU Behandlung der Adenomyose nicht geeignet?

Patientinnen sollten vorab unbedingt mit dem verantwortlichen Radiologen besprechen, inwieweit eine MR-HIFU Behandlung möglich und sinnvoll ist, bei Metallteilen im Körper (chirurgische Klammern oder Schrauben, Herzschrittmacher, Zahnersatz o.ä.), extremer Platzangst, bei bestehender Schwangerschaft, oder bei Allergien auf Kontrastmittel.  Generell sollten auch Lage und Größe der Adenomyse in einem persönlichen Gespräch mit dem Radiologen besprochen werden, um zu sehen, ob eine MR-HIFU Behandlung sinnvoll ist. Im Allgemeinen wird eine MRT Bildgebung vorab durchgeführt, um sicherzustellen, dass eine MR-HIFU Behandlung möglich ist. Als Verlaufskontrolle kann ggfs. noch eine MRT Bildgebung angefordert werden.

Wie kann die Patientin sich auf die Adenomyse-Behandlung vorbereiten?

Aus hygienischen Gründen vermeidet man normalerweise die MR-HIFU Behandlung während der Menstruation; dies sollte bei der Terminvereinbarung beachtet werden.

Am Tag vor der Behandlung sollten die Haare im Beckenbereich entfernt werden (am einfachsten mittels Rasur). Bis zum Eingriff sollte in diesem Bereich keine Hautcreme oder Öl mehr verwendet werden. Am Behandlungstag sollte die Patientin nüchtern erscheinen. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens 12 Stunden vor der Behandlung eingenommen werden. Am Morgen des Behandlungstages ist ein kleines Glas Wasser erlaubt.

Was passiert während der Behandlung genau?

Der HIFU-Ultraschallwandler ist in dem Patiententisch eines Magnetresonanztomographen (MRT) eingebaut. Zur Behandlung wird die Patientin auf dem Bauch liegend über dem Ultraschallwandler positioniert. Anschließend wird der Behandlungstisch in den Magnetresonanztomographen eingeschoben und verbleibt dort während der Behandlung. Als erster Schritt werden MRT-Bilder des Uterus und der Adenomyose erstellt, um die Therapie zu planen. Mithilfe dieser Bilder kann der Radiologe dann fokussierte Ultraschallwellen auf die Adenomyose richten und die Gewebeveränderung gezielt erhitzen, wobei die Gewebetemperatur permanent mit Hilfe des Magnetresonanztomographen gemessen und kontrolliert wird (Echtzeit-Bildkontrolle). Patientin und Radiologe sind nur durch ein Fenster getrennt und können jederzeit über ein Mikrofon miteinander kommunizieren. Die Behandlung ist weitestgehend schmerzfrei. Mitunter können Beschwerden auftreten, die Menstruationsschmerzen ähneln. Für solche Fälle wird eine Schmerzmedikation bereitgehalten. In den meisten Fällen erfolgt vor Beginn der Therapie die Anlage eines Harnblasenkatheters, um Bewegungen des Uterus aufgrund der sich während der Behandlung füllenden Harnblase zu vermeiden.

Was geschieht nach der Behandlung?

Nach der Behandlung wird die Patientin zur Beobachtung über Nacht in der Uniklinik bleiben. Die Behandlung hat, wenn überhaupt, nur wenige Nebenwirkungen. Diese sind erheblich weniger als die möglichen Komplikationen von Patientinnen nach einem operativen Eingriff. Patientinnen werden nach einer HIFU-Behandlung durchschnittlich einen Tag krankgeschrieben und können danach wieder ihre normalen körperlichen Aktivitäten aufnehmen.

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