MR-TULSA zur fokalen Therapie des Prostatakarzinoms

Was Sie über die Therapiemethode wissen sollten.

Wenn Sie für die Durchführung einer MR-TUSLA Therapie zu uns überwiesen wurden, können Sie sich hier schon einmal im Voraus über die Therapieform sowie den Ablauf des Eingriffes informieren.

Häufige Fragen

Warum eignet sich die MR-TULSA Therapie für Prostatakarzinome?

MR-TULSA (Transurethrale ULtraSchall Ablation der Prostata) ist eine neuartige Methode und schonende Alternative zur operativen Therapie. Für die Behandlung werden Magnetresonanztomographie (MRT) und hochenergetische Ultraschallwellen (TULSA) kombiniert. Ultraschallwellen und MRT sind einzeln seit vielen Jahren erfolgreich im Einsatz. Durch die Kombination beider Methoden haben sich neue Behandlungsmöglichkeiten ergeben, die unter anderem auf die verbesserte Darstellungsfähigkeit der MRT zurückzuführen sind. MR-Ultraschallwellen-HIFU wurde bislang vorwiegend zur Behandlung von Uterusmyomen eingesetzt. Seit kurzem kann die MR-TULSA Therapie auch bei Patienten mit einem lokalisierten „low-risk“ und „intermediate-risk“ Prostatakarzinom (PCa) zur Ablation (Zerstörung durch Hitze) von Prostatagewebe angewandt werden. Die Uniklinik Köln ist eines der wenigen TULSA-PRO®, Profound Medical Zentren in Europa.

Generell besteht auf Grund der neuartigen fokalen MR-TULSA Technik ein gewisses Risiko, dass Prostatakrebs nach dem Eingriff zurückbleibt. Um dieses Risiko zu minimieren, sollte ein hochwertiges multiparametrisches MRT (mpMRT) der Prostata bereits vor der Prostatabiopsie erfolgt sein. Die Biopsie sollte dann als MR-Ultraschall-Fusionsbiopsie durchgeführt werden (BiopSee® MRT-gestützte Prostatastanzbiopsie). Ebenfalls besteht ein Risiko des Wiederauftretens von Prostatakrebs nach dem Eingriff in den unbehandelten Anteilen der Prostata.

Wer kommt für die fokale MR-HIFU Therapie der Prostata in Frage?

Der Tumor sollte zur niedrigen („low-risk“) bis mittleren („intermediate-risk“) Risikoklasse gehören (Gleason 3+3=6 oder 3+4=7a), fokal im mittleren Bereich der Prostata lokalisiert sein und auf die Prostatadrüse begrenzt sein (cT1/T2).

Für diese lokal begrenzte Erkrankung stehen in Anlehnung an die Deutschen Leitlinien generell die folgendenTherapieoptionen zur Verfügung:

  • Totaloperation (radikale Prostatektomie)
  • Bestrahlung von außen oder innen (Perkutane oder Brachy-Strahlentherapie)
  • aktive Überwachung von Tumoren mit niedrigem Risiko (Active Surveillance)

Ein Goldstandard für alle Patienten existiert aber nicht, sondern die jeweilige Behandlung wird immer im persönlichen Gespräch und anhand der individuellen Parameter des Patienten festgelegt.

Generell sollten Ihre histologischen Biopsieergebnisse nach einer Prostatakrebsdiagnose in einem persönlichen Gespräch mit einem Urologen der Uniklinik Köln besprochen werden, um zu sehen, ob auch eine fokale MR-TULSA Therapie in Erwägung gezogen werden kann.

Für wen ist die MR-TULSA Behandlung nicht geeignet?

Patienten sollten vorab unbedingt mit dem verantwortlichen Urologen und/oder Radiologen besprechen, inwieweit eine MR-TULSA Behandlung möglich und sinnvoll ist, insbesondere erscheint eine MR-TULSA Behandlung nicht geeignet bei:

  • aggressivem und/oder multifokalem Prostata-Karzinom (Gleason Score ≥ 7b und/oder klinischem Tumorstadium ≥ cT3)
  • Metallteilen im Körper (Herzschrittmacher, o.ä.)
  • Allergien bzw. Kontraindikation auf Buscopan
  • obstruktiven Miktionsbeschwerden
  • vorherigen Operationen an Harnröhre, Prostata oder Harnblase
Was passiert während der TULSA Therapie genau?

Die TULSA-Therapie ist ein nicht invasives Therapieverfahren. Die hochintensiven Ultraschallwellen erhitzen und schädigen das Prostatagewebe irreversibel im Körper, ohne dass dabei das umliegende Gewebe verletzt wird. Der in die Harnröhre eingebrachte schmale Ultraschall-Applikator erzeugt dabei Ultraschallwellen, die das Prostatagewebe im Bereich des Prostatakarzinoms kontrolliert erhitzen und so zerstören können. 

Bild 1: TULSA-PRO® System Ultraschallapplikator, der in der prostatischen Harnröhre positioniert wird und hier gezielt das Prostatakarzinom von innen behandelt. Im Enddarm (Rektum) befindet sich eine zusätzliche Kühleinheit um die Darmwand zu kühlen und somit auch zu schützen.
Bild 2: Schematische Darstellung der Lage der TULSA-Pro Ultraschall- Applikators während der Therapie.

Was geschieht nach der MR-TULSA Behandlung?

Nach 12 Monaten werden erneut einmalig eine MRT der Prostata und  eine transperineale MR-Ultraschall-Fusionsbiopsie Biopsie der Prostata durchgeführt. Dies geschieht, um die auf Grund der Ablation verursachten strukturellen Prostataveränderungen zu ermitteln und sicherzustellen, dass der Tumor vollständig behandelt wurde. Bei einer unauffälligen Biopsie erfolgt dann die weitere onkologische Betreuung durch den niedergelassenen Urologen.

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