MR-HIFU Therapie von Osteoid Osteomen

Bei Osteoid Osteomen handelt es sich um gutartige, jedoch oftmals sehr schmerzhafte Knochentumore, die vor allem im Kindes- und jungen Erwachsenenalter auftreten. Am häufigsten sind die langen Röhrenknochen der unteren Extremität betroffen, grundsätzlich kann dieser Tumor jedoch in allen Skelettabschnitten auftreten. Typisch für Osteoid Osteome sind nächtliche Schmerzspitzen sowie das relativ gute Ansprechen auf Acetylsalicylsäure (Aspirin). Aufgrund der ausgeprägten Beschwerden sowie der möglichen Nebenwirkungen einer langfristigen Einnahme von Schmerzmitteln ist diese in vielen Fällen langfristig nicht ausreichend. Hier steht neben operativen und anderen invasiven Verfahren am Universitätsklinikum Köln die HIFU-Therapie als nicht-invasives Therapieverfahren zur Verfügung.

Was Sie über die Therapiemethode wissen sollten

Wenn Sie sich für die Durchführung einer MR-HIFU Therapie zur Behandlung Ihres Osteoid Osteoms interessieren oder von Ihrem behandelnden Arzt an uns überwiesen wurden, können Sie sich im Folgenden schon einmal über diese Behandlungsmethode informieren.

Sofern Sie nähere Informationen wünschen oder einen konkreten Behandlungswunsch haben, kontaktieren Sie uns bitte unter mr-hifu.therapie@uk-koeln.de.

Warum eignet sich die MR-HIFU Therapie für Osteoid Osteome?

HIFU (Hoch-intensiver, fokussierter Ultraschall) ist ein nicht-invasives Therapieverfahren und bietet eine wirksame Alternative zur operativen und/oder medikamentösen Therapie. Ähnlich wie man Sonnenstrahlen mit einer Lupe auf einen Punkt fokussieren kann, werden beim HIFU Verfahren Ultraschallwellen nicht-invasiv durch die Haut und dem darunterliegenden Gewebe auf die Knochenoberfläche fokussiert. Hierdurch wird die Knochenoberfläche und die Zellen des Osteoidosteoms auf Temperaturen über 60 ˚C erhitzt, wodurch das Osteoidosteom verbrannt und so die Ursache des Schmerzes beseitigt wird. Das umliegende Gewebe sowie die Haut werden hierbei geschont, da sich die Hitze nur im Fokuspunkt entwickelt. Die HIFU Behandlung wird in einem Magnetresonanztomographen (MRT) durchgeführt, wodurch Ärztinnen und Ärzte die Möglichkeit haben, MRT-Bilder des Osteoid Osteoms und des umliegenden Gewebes zu gewinnen, um die Therapie zu lenken und zu überwachen.

Was sind die Vorteile einer MR-HIFU Therapie?

Einer der größten Vorteile einer MR-HIFU Behandlung ist, dass der Eingriff komplett nicht-invasiv ist, d.h. kein Schnitt erfolgt, und bei zumeist schneller Schmerzlinderung nur wenig Nebenwirkungen birgt. Es findet keine Operation statt, so dass manche Patientinnen und Patienten die HIFU-Therapie auch aus kosmetischen Gründen einer Operation vorziehen. Mehrere Studien belegen, dass die MR-HIFU Therapie effektiv die Schmerzen lindert und die Lebensqualität verbessert. Oft kann nach der HIFU Therapie eine medikamentöse Schmerztherapie verringert werden oder ist gar nicht mehr nötig.

Wer kommt für die MR-HIFU Therapie von Osteoid Osteomen in Frage?

Grundsätzlich ist die MR-HIFU Therapie für alle Patientinnen und Patienten mit einem Osteoidosteom geeignet. Um festzustellen, ob eine Patientin oder ein Patient für eine MR-HIFU Therapie in Frage kommt, ist es zwingend notwendig, vorab eine CT oder MRT-Untersuchung durchzuführen, um die genaue Lage des Osteoid Osteoms und damit die Erreichbarkeit für die MR-HIFU zu untersuchen.

Für wen ist die MR-HIFU Behandlung von Osteoid Osteomen nicht geeignet?

Patientinnen und Patienten sollten vorab unbedingt mit dem verantwortlichen Radiologen besprechen, inwieweit eine MR-HIFU Behandlung möglich und sinnvoll ist, insbesondere bei Metallteilen im Körper (chirurgische Klammern oder Schrauben, Herzschrittmacher, Zahnersatz o.ä.), extremer Platzangst, bei bestehender Schwangerschaft, oder bei Allergien auf Kontrastmittel. Im Allgemeinen wird eine CT/MRT Bildgebung vorab durchgeführt, um sicherzustellen, dass eine MR-HIFU Behandlung möglich ist. Als Verlaufskontrolle kann ggfs. noch eine MRT Bildgebung angefordert werden.

Wie kann ich mich auf die Osteoid Osteom-Behandlung vorbereiten?

Am Vorabend können Patientinnen und Patienten sich duschen und sollten die zu behandelnde Körperregion rasieren. Wichtig ist, diese Körperregion danach nicht einzucremen oder einzuölen. Am Behandlungstag sollten Patientinnen und Patienten nüchtern erscheinen. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens 12 Stunden vor der Behandlung eingenommen werden. Am Morgen des Behandlungstages kann ein kleines Glas Wasser getrunken werden. Bei aktuell einzunehmenden Medikamenten sollten diese im Aufklärungsgespräch erwähnt und Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden.

Was passiert während der Behandlung genau?

Da die Behandlung durch die Verödung der Nerven schmerzhaft sein kann, wird sie unter Narkose durchgeführt. Während der gesamten Therapie erfolgt die Überwachung des Patienten durch Radiologen und Anästhesisten. Die MR-HIFU Therapie erlaubt die Behandlung verschiedenster Knochen, wie Extremitäten oder Beckenknochen. Der HIFU-Ultraschallwandler ist in den Patiententisch eines Magnetresonanztomographen eingebaut. Zur Behandlung werden Patientinnen und Patienten in Narkose mit der zu behandelnden Stelle über dem Ultraschallwandler positioniert. Als erster Schritt werden Bilder der Knochenmetastase und des umliegenden Gewebes gewonnen, um die Therapie zu planen. Mithilfe dieser Bilder kann der Radiologe dann fokussierte Ultraschallwellen auf das Osteoid Osteom richten und die Knochenoberfläche gezielt erhitzen, wobei die erzielte Gewebetemperatur des angrenzenden Gewebes permanent mit Hilfe des Magnetresonanztomographen gemessen und kontrolliert wird (Echtzeit-Bildkontrolle). Die Therapie dauert je nach Lage des Osteoid Osteoms erfahrungsgemäß zwischen 2 und 4 Stunden. Am Ende der Behandlung wird ein MR Kontrastmittel injiziert, um die Behandlung zu evaluieren.

Was geschieht nach der Behandlung?

Wie auch bei der Behandlung von Uterusmyomen verbleiben Patientinnen und Patienten zur Beobachtung für eine Nacht in der Uniklinik. Schon wenige Tage nach der Behandlung verspüren die meisten Patientinnen und Patienten eine Schmerzlinderung, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt.

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